Der korrekte Einsatz von Trockenmitteln
ÜbersichtWarum eigentlich Trockenmittel?Was ist eigentlich Luftfeuchtigkeit? Wie viel Wasserdampf kann Luft aufnehmen?Die Klimagebiete der ErdeKorrosionsschutz für verpackte GüterWelchen Ansprüchen muss eine Verpackung genügen? Die Rolle der Physik bei VerpackungenDer korrekte Einsatz von TrockenmittelnDer Begriff KonvektionBerechnung der TrockenmittelmengeArten von TrockenmittelnAusführungen bei TrockenmittelbeutelnSperrschichtenDie Adsorption von Wasserdampf bei TrockenmittelnUnterschied Adsorption / AbsorptionVersand und Transport von ConatainernWas ist Tyvek?DIN 55473DIN 55474VCI Infothek
Die verpackten Produkte und Güter, sind während des Transports und der Lagerung unter Umständen ganz verschiedenen klimati-schen Bedingungen ausgesetzt. Um das Packgut also gegen Feuchtigkeitsschäden zu schützen, kommen u.a. Trockenmittel
zum Einsatz.
Der Luftraum in der Verpackung muss gegen das Außenklima abgedichtet werden. Dies kann meist erfolgreich mit einer so genannten Sperrschichtfolie erfolgen. Diese Folie muss weitge-
hend wasserdampfdicht sein. Dann kann das beigefügte Trocken-
mittel, den so abgedichteten Luftraum trocknen und trocken halten. Somit wird die Entstehung von Korrosion am Packgut vermieden. Die Korrosion wird verhindert, wenn während der Schutzdauer die relative Luftfeuchtigkeit unter 40 % gehalten werden kann. Die Methode beruht auf der Adsorption von Wasserdampf und kann somit praktisch ohne Einschränkung für alle Werkstoffe und Mate-rialien angewendet werden.
Folgende Folien (Sperrschichten) können für diesen Zweck emp-
fohlen werden:
WDD = Wasserdampfdurchlässigkeit
Polyethylenfolie niederer Dichte / min. 0.2mm dick
(WDD bei 38°C und 90 % rF = < 2 g / m2 x d)
Aluminiumverbundfolie
(WDD bei 38°C und 90 % rF = < 0.05 g / m2 x d)
Werden in der Packung zur Abstützung und Polsterung spezielle Stoffe wie Holz, Polstermaterialien und Karton verwendet, so sind zum Ausgleich des Wassergehaltes zusätzliche Trockenmittel zu empfehlen.
Trockenmittel (Trockenmittelbeutel) sind gleichmäßig - vorwiegend oben - innerhalb der Sperrschichthülle anzubringen. Bei Verwen-
dung von Feuchtigkeitsindikatorstreifen ist für ausreichende Bewe-
gungsmöglichkeit des Wasserdampfes zwischen Trockenmittel und Feuchtigkeitsanzeiger zu sorgen. Engstellen sind zu vermei-
den. Die genaue Berechnung ist in DIN 55474 beschrieben. In der DIN 55473 sind die Leistungsfähigkeit, die Angebotsform und die Prüfvorschriften geregelt.
Das Maß für die Leistungsfähigkeit wird nicht durch die Masse, sondern durch die Aufnahmefähigkeit für Wasserdampf gegeben. Dazu dienen die so genannten Trockenmitteleinheiten (TM oder TME). Dies ist eine definierte Menge Trockenmittel (Trockenmittelbeutel), die im Gleichgewicht mit Luft bei 23 ± 2°C und bei 40 % rF min. 6 g Wasserdampf adsorbiert.
Folgendes ist unbedingt zu beachten:
Der Wasserdampf hat eine geringere Dichte als Stickstoff oder Sauerstoff (Hauptbestandteile der Luft). Die feuchte Luft strömt nach oben, hingegen sinkt die trockene Luft zu Boden. Hier spricht man also von der so genannten natürlichen Konvektion.
Daher raten wir, die Trockenmittel, wenn immer möglich, in der Packung oben anzubringen. Die getrocknete Luft sollte den ganzen Luftraum leicht erreichen können. Daher sind enge Stellen zu vermeiden.


